Eine Umkehrosmoseanlage arbeitet Tag für Tag im Hintergrund. Wasser aufdrehen, Glas füllen – fertig. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass auch eine Osmoseanlage regelmäßig gewartet werden sollte.
Wissen Sie noch, wann die Filter Ihrer Osmoseanlage zuletzt gewechselt wurden?
Wenn Sie überlegen müssen, lohnt sich ein Blick auf das Datum des letzten Filterwechsels. Denn Vor- und Nachfilter sind Verbrauchsmaterialien. Sie übernehmen wichtige Aufgaben bei der Wasseraufbereitung und tragen dazu bei, die eigentliche Osmosemembran zu schützen.
In diesem Artikel erklären wir, warum ein regelmäßiger Filterwechsel wichtig ist, welche Wechselintervalle sinnvoll sind, wann die Membran gewechselt werden sollte und was Sie bei der Wartung Ihrer Osmoseanlage beachten können.
Warum hat eine Osmoseanlage überhaupt mehrere Filter?
Das Herzstück einer Umkehrosmoseanlage ist die Osmosemembran. Sie übernimmt die eigentliche Feinfiltration des Wassers.
Doch bevor das Leitungswasser die Membran erreicht, durchläuft es – je nach Anlage – verschiedene Vorfilter. Anschließend können weitere Filterstufen folgen.
Typische Filterstufen sind beispielsweise:
- Sedimentfilter: hält Partikel wie Sand, Rost und andere Schwebstoffe zurück.
- Aktivkohlefilter: reduziert unter anderem Chlor sowie verschiedene organische Stoffe und schützt damit auch die nachfolgende Membran.
- Osmosemembran: hält einen großen Anteil gelöster Stoffe zurück.
- Postcarbon-/Nachfilter: dient insbesondere der abschließenden geschmacklichen Aufbereitung.
- Mineralisierungskartusche: kann bei entsprechend ausgestatteten Anlagen dem Osmosewasser wieder ausgewählte Mineralstoffe zuführen.
Welche Filterstufen vorhanden sind, hängt vom jeweiligen Anlagenmodell ab.
Warum sollten die Filter regelmäßig gewechselt werden?
Filter besitzen keine unbegrenzte Aufnahmekapazität. Während des Betriebs lagern sich zurückgehaltene Stoffe im Filtermaterial ab.
Mit zunehmender Nutzungsdauer können sich dadurch Durchfluss, Filterwirkung und hygienische Bedingungen verändern.
Ein rechtzeitiger Filterwechsel trägt deshalb dazu bei,
- die vorgesehene Filterleistung zu erhalten,
- die Osmosemembran vor unnötiger Belastung zu schützen,
- einen zuverlässigen Wasserdurchfluss zu unterstützen und
- die Anlage hygienisch zu betreiben.
Gerade die Vorfilter sind dabei wichtig: Eine hochwertige Osmosemembran sollte möglichst gut vor Sedimenten, Chlor und anderen Belastungen geschützt werden.
Regelmäßiger Filterwechsel ist deshalb nicht nur eine Frage der Wasserqualität, sondern auch der Pflege und Werterhaltung Ihrer Osmoseanlage.
Wie oft sollten Osmosefilter gewechselt werden?
Eine einzige Wechselregel für jede Osmoseanlage und jeden Haushalt gibt es nicht.
Das geeignete Intervall hängt unter anderem ab von:
- dem verwendeten Filtertyp,
- der Wasserqualität am Standort,
- dem Wasserverbrauch,
- der Häufigkeit der Nutzung und
- den Vorgaben des Anlagen- bzw. Filterherstellers.
Für viele Vor- und Nachfilter liegt das vorgesehene Wechselintervall – abhängig von Anlage und Filtertyp – im Bereich von 6 bis 12 Monaten. Maßgeblich sind jedoch immer die Angaben für das jeweilige Filtersystem.
Eine wenig genutzte Anlage sollte übrigens nicht automatisch über viele Jahre mit denselben Filtern betrieben werden. Neben der gefilterten Wassermenge spielt auch die Nutzungsdauer eine Rolle.
Unser Tipp
Notieren Sie das Datum beim Filterwechsel direkt an der Anlage, in der Bedienungsanleitung oder im Kalender.
So müssen Sie beim nächsten Mal nicht überlegen: Wann habe ich die Filter eigentlich zuletzt gewechselt?
Was sagt die DIN zum Filterwechsel?
Auch die technischen Regeln für Trinkwasserinstallationen unterstreichen die Bedeutung einer regelmäßigen Wartung.
Die DIN EN 806-5 „Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen – Teil 5: Betrieb und Wartung“ legt Anforderungen an Betrieb und Wartung von Trinkwasserinstallationen fest.
Für mechanisch wirkende Filter nennt der DVGW unter Bezug auf DIN EN 806-5 ein klares Intervall: Sie sind spätestens nach sechs Monaten rückzuspülen beziehungsweise bei nicht rückspülbaren Filtern ist der Filtereinsatz auszutauschen.
Bedeutet das automatisch: Jeder Osmosefilter muss nach sechs Monaten gewechselt werden?
Nein – diese Schlussfolgerung wäre zu pauschal.
Eine Umkehrosmoseanlage ist nicht mit einem einfachen mechanischen Filter in der Trinkwasserinstallation gleichzusetzen. DIN EN 806-5 weist für Anlagen zur Behandlung von Trinkwasser ausdrücklich darauf hin, dass hierfür die spezifischen Inspektions- und Wartungsverfahren entsprechend der jeweiligen Produktspezifikationen gelten.
Für Ihre Osmoseanlage sind deshalb insbesondere Anlagentyp, Filterart und die jeweiligen Herstellerangaben entscheidend.
Die 6-Monats-Regel der technischen Regeln zeigt aber sehr deutlich: Filter in der Trinkwasserinstallation sind keine Bauteile, die man unbegrenzt ohne Kontrolle weiterbetreiben sollte.
Unsere Empfehlung: Kontrollieren Sie Ihre Osmoseanlage regelmäßig und halten Sie die für Ihr Filtersystem vorgesehenen Wechselintervalle ein. Je nach Anlage und Filter können diese beispielsweise bei 6 oder 12 Monaten liegen.
Muss beim Filterwechsel auch die Osmosemembran gewechselt werden?
Nein.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Die Vor- und Nachfilter werden normalerweise deutlich häufiger gewechselt als die Osmosemembran.
Bei geeigneten Betriebsbedingungen und regelmäßiger Wartung kann eine Osmosemembran häufig mehrere Jahre genutzt werden. Ihre tatsächliche Lebensdauer hängt allerdings stark von Wasserqualität, Beanspruchung, Anlage und Wartung ab.
Deshalb sollte eine Membran nicht vorsorglich bei jedem Filterwechsel entsorgt werden.
Stattdessen ist es sinnvoll, ihre Leistung zu beobachten.
Was kann der TDS-Wert über die Membran verraten?
Ein TDS-Messgerät ermittelt über die elektrische Leitfähigkeit einen Näherungswert für die Menge gelöster ionischer Stoffe im Wasser.
Bei einer Umkehrosmoseanlage ist vor allem der Vergleich zwischen Leitungswasser und Osmosewasser interessant.
Weist das Leitungswasser beispielsweise einen deutlich höheren TDS-Wert auf als das produzierte Osmosewasser, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Membran einen großen Anteil der gelösten Ionen zurückhält.
Verändert sich dieses Verhältnis im Laufe der Zeit deutlich, kann das ein Anlass sein, die Anlage und insbesondere die Membran genauer zu überprüfen.
Wichtig: Ein TDS-Messgerät ist kein Schadstoff- oder Keimtest. Es sagt nicht, welche Stoffe im Wasser enthalten sind. Auch eine mögliche mikrobiologische Belastung lässt sich damit nicht feststellen.
Dem Thema TDS-Messung bei Osmosewasser werden wir deshalb noch einen eigenen Ratgeberartikel widmen.
Filterwechsel ist auch ein guter Zeitpunkt für die Anlagenpflege
Wenn die Filter ohnehin ausgebaut werden, bietet sich die Gelegenheit, die Osmoseanlage genauer anzusehen.
Je nach Anlagentyp können beispielsweise Filtergehäuse, Anschlüsse, Schläuche und Dichtungen kontrolliert werden.
Achten Sie dabei insbesondere auf:
- Ablagerungen oder sichtbare Verunreinigungen,
- den Zustand von Dichtungen und O-Ringen,
- ungewöhnliche Verfärbungen,
- undichte Verbindungen und
- Auffälligkeiten beim Wasserdurchfluss.
Bei dafür geeigneten Anlagen kann der Filterwechsel außerdem mit einer hygienischen Reinigung bzw. Desinfektion verbunden werden.
Wir verwenden für die Anlagenpflege ANOSAN SHK. Dabei sind die jeweiligen Anwendungshinweise sowie die Hinweise für das konkrete Anlagenmodell zu beachten.
Und was ist mit Entkalken?
Hier muss zwischen verschiedenen Osmoseanlagen unterschieden werden.
Bei klassischen Untertisch-Osmoseanlagen steht beim regelmäßigen Service vor allem der Filterwechsel und die hygienische Wartung im Vordergrund.
Bei bestimmten Auftischanlagen mit internem Wasserkreislauf bzw. Tank kann zusätzlich eine regelmäßige Entkalkung erforderlich sein.
Wie häufig entkalkt werden sollte, hängt unter anderem von der Wasserhärte und dem jeweiligen Gerät ab.
Deshalb gilt auch hier: Die Pflege sollte sich nach dem konkreten Anlagenmodell und dessen Bedienungsanleitung richten.
Sie haben noch Ersatzfilter zu Hause?
Bevor Sie neue Filter bestellen, schauen Sie am besten kurz nach.
Vielleicht haben Sie beim Kauf Ihrer Anlage bereits ein Ersatzfilterset auf Vorrat mitbestellt.
Ist ein passendes, originalverpacktes Filterset vorhanden und wurde es sachgerecht gelagert, können Sie selbstverständlich zunächst dieses verwenden.
Denn entscheidend ist nicht, regelmäßig Filter zu kaufen – sondern die vorhandenen Filter rechtzeitig zu wechseln.
Welche Ersatzfilter passen zu meiner Osmoseanlage?
Damit Sie die passenden Filter und Membranen leichter finden, haben wir unser Ersatzfiltersortiment nach Anlagentyp gegliedert.
Untertisch-Osmoseanlagen
Hier finden Sie Filtersets, einzelne Ersatzfilter, Mineralisierungskartuschen und Osmosemembranen für unsere klassischen Untertischanlagen sowie Direct-Flow-Systeme.
Ersatzfilter & Membranen für Untertisch-Osmoseanlagen
Reise- & Kompakt-Osmoseanlagen
Hier finden Sie die passenden Ersatzfiltersets und Membranen für unsere mobilen und kompakten vital-RO Osmoseanlagen.
Ersatzfilter & Membranen für Reise & Kompakt
Auftisch-Osmoseanlagen
Hier finden Sie Ersatzfilter und Membranen für unsere vital-RO Auftischanlagen. Das Sortiment wird entsprechend unserer angebotenen Anlagenmodelle weiter ergänzt.
Ersatzfilter & Membranen für Auftisch-Osmoseanlagen
Sie wissen nicht mehr genau, welches Anlagenmodell Sie besitzen oder welcher Filter passt?
Dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir helfen Ihnen bei der Zuordnung.
Regelmäßige Wartung – damit Ihre Osmoseanlage zuverlässig arbeitet
Eine Osmoseanlage soll möglichst unauffällig das tun, wofür sie angeschafft wurde: zuverlässig gutes Trinkwasser bereitstellen.
Dafür braucht sie ein wenig Aufmerksamkeit.
Regelmäßiger Filterwechsel, die gelegentliche Kontrolle der Anlage und – wo vorgesehen – Reinigung, Desinfektion oder Entkalkung helfen dabei, die Anlage langfristig hygienisch und leistungsfähig zu betreiben.
Und wenn Sie gerade nicht mehr wissen, wann der letzte Filterwechsel war?
Dann ist heute vielleicht ein guter Zeitpunkt, einmal nachzuschauen.